Wie geht’s weiter mit den Jungen Grünen?

Zur Plattform „PLUS – unabhängig & solidarisch” und den Jungen Grünen
Montag, 26. Juni 2017

Der Bundesvorstand der Jungen Grünen hat gemeinsam mit vielen AktivistInnen, die die Organisation maßgeblich mittragen, und unabhängigen Aktivist*innen die neue Mitmachplattform „PLUS – Plattform unabhängig & solidarisch” gestartet. Mit dieser Plattform wollen sie eine neue soziale Kraft aufbauen, die viele Menschen einbindet, die sich für soziale Gerechtigkeit und eine demokratische Gesellschaft einsetzen wollen.

Die Plattform wurde am Montag, 26. Juni, nach mehrwöchigen Vorbereitungen und Rücksprachen mit Jungen Grünen aus allen Bundesländern der Öffentlichkeit präsentiert. Die neue Plattform wird von einer breiten Basis an Funktionsträger*innen und Mitgliedern mitgetragen. Diese sehr sensiblen Vorbereitungen konnten davor nicht mit allen Mitgliedern diskutiert werden, weil zeitgleich Gespräche mit der Grünen Partei über die Zukunft des Vereins „Junge Grüne” geführt wurden. Darin hat der Bundesvorstand versucht, die Strukturen der eigenständigen, kritischen Jugendorganisation im Sinne der zukünftigen Aktivist*innen vor den Angriffen der Partei zu schützen. Diese Perspektive wäre mit einer öffentlichen Debatte über ein neues linkes Projekt sofort zerstört worden. Der Druck von Seiten der Partei war so schon enorm und wäre bei Bekanntwerden der Plattform-Gespräche untragbar geworden. So drohte die Partei bereits, den gemeinsamen Bundesverein einzustampfen und zu unterbinden, dass überhaupt noch ein Bundeskongress stattfindet. Beim Bundeskongress im Juli können alle Mitglieder bestimmen, was mit dem Verein „Junge Grüne” passiert.

Weitere Vorgehensweise bei den Jungen Grünen

Es soll für alle Mitglieder der Jungen Grünen Perspektiven geben, wie sie sich nach dem Ausschluss des Verbands aus der Partei politisch einbringen können: Für diejenigen, die bei neuen Projekten wie der Plattform PLUS zum Aufbau einer neuen sozialen Kraft mitmachen wollen, aber auch für diejenigen, die zur Grünen Partei oder zu deren Partei-Jugendorganisation gehen wollen. Auch wenn wir davon ausgehen, dass eine deutliche Mehrheit der Aktivist*innen in der Plattform PLUS mitmacht, trägt der Bundesvorstand auch eine Verantwortung für all jene, die noch Hoffnung in die Grüne Partei setzen. Er hat daher seit März stets versucht, den Verein „Junge Grüne” als Rahmen für einen eigenständigen, kritischen Jugendverband für zukünftige Aktivist*innen zu erhalten. Leider hat die Bundespartei in den letzten Wochen gezeigt, dass sie kein Interesse hat und versucht, die eigenständigen Strukturen des Vereins auf Bundes- und teils Länderebene los zu werden. Dennoch wird es Leute geben, die ihre Zukunft bei der Grünen Partei sehen.

Deshalb werden beim Bundesausschuss am 1. und 2. Juli mehrere Personen eingesetzt, die bei der Partei bleiben wollen und mit der Partei darüber verhandeln sollen, wie auf Basis von klar definierten Mindeststandards, die für eine eigenständige, kritische Jugendorganisierung notwendig sind, eine Zusammenarbeit aussehen kann. Außerdem werden beim Bundesausschuss mehrere Szenarien über die Zukunft des Vereins zugelassen, über die alle Mitglieder dann beim Bundeskongress im Juli diskutieren und entscheiden können.

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