Junge Grüne: Chance für Neuanfang

Die Jungen Grünen bedanken sich bei Eva Glawischnig für ihr Engagement und sehen jetzt eine Chance für die Grünen

„Ich bedanke mich für das Engagement von Eva Glawischnig“, so Flora Petrik, Bundessprecherin der Jungen Grünen. Auch wenn es nicht immer leicht war, habe sie Respekt vor der Arbeit Glawischnigs und vor der schwierigen Aufgabe, eine Partei zu führen. Der Schritt Glawischnigs, sich zurückzuziehen, sei zu respektieren. Eva Glawischnig hat der Grünen Partei viele Erfolge beschert, mitunter das professionellere Auftreten und die Standardisierung des Marketings inklusive des Corporate Designs. Dass Eva Glawischnig den Weg frei macht für einen Neustart bei den Grünen ist ein positiver und richtiger Schritt. Ihre Entscheidung bezeugt auch ihr Verantwortungsbewusstsein, nachdem offensichtlich geworden war, dass sie nicht mehr die nötige Führung in der Partei wahrnehmen konnte.

Der Bundesvorstand der Jungen Grünen hat den Weg für einen Neubeginn zwischen Jugendorganisation und Partei frei gemacht, indem er auf eine Kandidatur beim bevorstehenden Bundeskongress verzichtet. Zuvor hatte Eva Glawischnig den Rückzug des amtierenden Vorstands zur Voraussetzung für die weitere Zusammenarbeit gemacht. „Unsere Hände sind weiterhin ausgestreckt für eine Zusammenarbeit“, so Petrik, die eine geordnete Übergabe an ihre Nachfolger anstrebt. In allen neun Bundesländern sind die Jungen Grünen weiterhin die offizielle Jugendorganisation der Grünen.

Die Jungen Grünen sind im Windschatten von Eva Glawischnig zur größten ehrenamtlichen Organisation der Grünen geworden. Anstatt nur Marketing zu betreiben haben sich die Jungen Grünen bemüht, Leute langfristig einzubinden und mitentscheiden zu lassen. Diese Organisierung von Menschen hat die Partei leider sehr vernachlässigt, so dass einige im Parteiapparat sich schon von einer wachsenden Jugendorganisation bedroht fühlten.

In den letzten Jahren ist es der Grünen Bundespartei leider nicht gelungen, starke politische Erzählungen mit inhaltlicher Substanz zu schaffen. Wenn die Grünen eine politisch prägende Rolle in Österreich spielen wollen, braucht es wieder tiefgehende Auseinandersetzung mit inhaltlichen Fragen und einen Prozess der Politisierung. Nur dann kann die Partei wieder ernsthaft einen gesellschaftlichen Gestaltungsanspruch stellen. Denn mit Glawischnigs Rücktritt sind die Probleme der Partei nicht gelöst: Nicht nur in der Parteispitze, sondern auch in einigen Bundesländerparteien gibt es organisatorisch, inhaltlich und personell große Problemfelder. „Die Grünen müssen politischer werden und an Basis gewinnen, um ihre Forderungen auch ernsthaft vorantreiben zu können“, so Petrik. Die Grünen haben nun die Chance, sich auf neue Beine zu stellen. Das wird nicht von heute auf morgen gehen, sondern ein intensiver Prozess werden, um an Schlagkraft zu gewinnen.

Abschließend wünschen die Jungen Grünen Eva Glawischnig alles Gute für ihren weiteren persönlichen und beruflichen Weg. Sie sind sich sicher, dass sie weiterhin eine starke Stimme für Frauenrechte und den Klimaschutz sein wird.

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