AUFRUF ZUM PROTEST GEGEN RECHTSEXTREMEN WIENER AKADEMIKERBALL


In ganz Europa verschiebt sich der Diskurs nach rechts. Menschenfeindliche Äußerungen werden salonfähiger und können ohne starken Gegenwind öffentlich kundgetan werden. Immer mehr Dinge werden sagbar – und zwar nicht nur bei rechtsextremen Schlägerbanden, deutschnationalen Burschenschaftern und der FPÖ, sondern zunehmend auch bei den einstigen Großparteien. Mit ihrem neuen Regierungspaket eifern ÖVP und SPÖ der FPÖ im Wettbewerb um rassistische Standpunkte nach und setzen deren Forderungen gleich selbst um. Die politische Debatte wird immer polarisierter. Ob in Sachen Flüchtlingspolitik, Sozialabbau, Rassismus oder Antisemitismus: Unsere Gesellschaft erlebt eine gefährliche Verrohung und ein rasantes Abrutschen nach rechts.

Gegen den FPÖ-Akademikerball!

In dieser Zeit des rechten Aufwindes können am 3. Februar die Rechtsextremen erneut ihren Ball in der Hofburg abhalten. Jetzt ist es wichtiger denn je, ein starkes Zeichen gegen den Akademikerball und das, wofür er steht, zu setzen: Ein Vernetzungstreffen österreichischer und europäischer Rechtsextremer in einem der repräsentativsten Gebäude der Republik. Bereits in den letzten Jahren haben die antifaschistischen Proteste gegen den Akademikerball gewisse Teilerfolge erreicht: Tausende Menschen gehen seit fast 10 Jahren auf die Straße, organisieren sich und schließen sich zusammen, um klar zu zeigen, dass Rechtsextremismus nicht einfach eine vertretbare Haltung im demokratischen Meinungsspektrum ist. Dieser Rechtsaußen-Ball ist ein Symbol – und hier gilt es einen symbolischen Sieg zu erringen: Wir werden ihrem Gedankengut und ihrer Hetze klar und deutlich widersprechen!

Es braucht eine starke linke Gegenkraft

Europaweit gelingt es der Linken kaum, dem Rechtsruck und der Entsolidarisierung der Gesellschaften etwas Wirkungsvolles entgegenzusetzen. Vielmehr knickt die Linke ein – darunter auch die Grünen, die zur Verharmlosung des Balls durch den Ex-Grünen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen schweigen.
Diese Schwäche der Linken ist selbstverschuldet. Die Notwendigkeit einer starken Linken ist aber groß: Eine menschliche Flüchtlingspolitik, eine Alternative zur zerstörerischen Krisenpolitik und der Kampf gegen Rechtsextremismus brauchen eine linke Bewegung, die nicht nur gegen Rechtsxtreme und Faschist*innen auf die Straße geht, sondern auch gegen ein gesellschaftliches Klima ankämpft, das Rechtsextremismus hervorbringt und einen fruchtbaren Nährboden für Rassismus und Antisemitismus bietet.

Auf die Straße am 3. Februar!

Der politische Kampf gegen den Rechtsruck und für eine solidarische Gesellschaft beginnt mit konkreten Konflikten. Dazu gehört es, keine gemeinsame Sache mit Antisemit*innen und Rassist*innen zu machen, Arbeit und Einkommen gerechter zu verteilen, autoritäre Geschlechtervorstellungen zu überwinden, an einem demokratischen Bildungswesen zu arbeiten und entschlossen gegen Rechtsextreme aufzutreten. Wenn am 3. Februar die Hofburg erneut zum Schauplatz des rechtsextremen FPÖ-Akademikerballes wird, braucht es ein starkes antifaschistisches Zeichen gegen den Ball und das, wofür er steht.

Daher rufen wir Junge Grüne dazu auf, an den Protesten der Offensive gegen Rechts teilzunehmen und sich am 03.02.2017 um 17:00 am Schottentor zu versammeln. Als Junge Grüne werden wir dort gemeinsam auftreten.

Wir rufen alle Aktivist*innen, Freund*innen, Sympathisant*innen der Jungen Grünen, insbesondere die Grüne Partei, und andere Antifaschist*innen auf, sich an den Protesten zu beteiligen.

Gegen den rechtsextremen Akademikerball – Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

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