Weltklimakonferenzen werden die Klimakatastrophe nicht verhindern!

Die 22. Weltklimakonferenz ging am letzten Freitag, 18. November, in Marokko zu Ende. Im Mittelpunkt standen dabei die Umsetzung des Pariser Abkommens und die Finanzierung der darin festgelegten Klimaziele. Die Jungen Grünen waren mit Jakob Hundsbichler in Marrakesch vertreten um den Austausch und die Vernetzung mit internationalen Bündnispartner*innen voranzutreiben.

Bei den Weltklimakonferenzen finden jedes Jahr Delegierte aus allen Staaten für zwei Wochen zusammen um neue Abkommen auszuhandeln und bereits beschlossene Verträge weiterzuentwickeln. Dabei wird jedes neu ausgehandelte Abkommen als großer Durchbruch gefeiert. Das Ergebnis der bisherigen 22 Weltklimakonferenzen ist allerdings enttäuschend: Wir steuern weiterhin ungebremst auf die Klimakatastrophe zu, die bereits heute die Lebensgrundlagen unzähliger Menschen vernichtet.

Die Geschichte der internationalen Klimaabkommen ist eine Geschichte des Scheiterns. Weniger, weil die Abkommen auf dem Papier nicht ambitioniert genug waren oder nicht ratifiziert worden wären. Das Konzept der Weltklimakonferenzen zielt auf das Verhindern der Klimakatastrophe ab, scheut aber davor zurück, gesellschaftliche Machtverhältnisse anzurühren. Verhandelt wird unter Auschluss der Öffentlichkeit und die Menschen, deren Lebensgrundlage durch den Klimawandel zerstört wird, haben keinen Platz am am Verhandlungstisch. Vielmehr finden vor allem die Interessen von Konzernen und der Herrschenden Gehör.

Die Kräfteverhältnisse in unserer Gesellschaft, die massiv zu Gunsten der Kapitalseite gelagert sind und die maßgeblich über den Ausgang politischer Auseinandersetzungen entscheiden, werden durch internationale Abkommen nicht verändert. Klimagerechtigkeit ist untrennbar verbunden mit sozialer Gerechtigkeit und einer grundlegenden Veränderung des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Wir dürfen uns nicht bloß fragen, wie aus technischer Sicht in Zukunft Energie erzeugt werden soll. Wir auch müssen die politischen Fragen stellen, wer die Mittel zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen besitzt, wer die Macht darüber hat zu entscheiden, wie wir die Welt gestalten und wie sie Generationen nach uns in Zukunft vorfinden werden, und wie wir politische Machtverhältnisse verändern können. Die Klimakatastrophe kann nur von einer starken Bewegungen von unten verhindert werden, die entschlossen für eine Gesellschaft frei von Ausbeutung von Mensch und Natur eintreten.

Weltklimakonferenz

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