Junge Grüne Landstraße: Verhöhnung von NS-Überlebenden Zawrel ist eine Schande

Seit Mai 2016 ist es fix: Die Neue Mittelschule Hörnesgasse wird im Juni nach dem NS-Überlebenden und Zeitzeugen Friedrich Zawrel benannt. Zawrel war Überlebender des Kinder-Euthanasie-Programms während des Nationalsozialismus. Am Spiegelgrund war Zawrel unter Heinrich Gross und Ernst Illing Medikamentenversuchen und sadistischen Methoden ausgeliefert. Als Zeitzeuge trug Zawrel wesentlich zur Aufarbeitung der Verbrechen der NS-Medizin am Spiegelgrund bei und wurde dafür mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Stadt Wien und dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich geehrt.

Nun meldet sich die FPÖ Wien zu Wort und mit ihr der Klubobmann der FPÖ Landstraße. Sie werten die Würdigung von NS-Überlebenden Zawrel als “skandalös” ab, da dieser wegen Einbrechen und Diebstählen verurteilt wurde.

Die Jungen Grünen zeigen sich über diese Verhöhnung des Zeitzeugen empört: “Friedrich Zawrel war ein Opfer des Nationalsozialismus, des größten Verbrechens gegen die Menschheit. Einen Mann wie ihn trotzdem als kriminell abzuwerten, ist bezeichnend für die ewiggestrige FPÖ”, so Deborah Fasan, Sprecherin der Jungen Grünen Landstraße.
Zawrel habe nicht nur den NS-Arzt Heinrich Gross überführt, sondern auch wichtige Aufklärungsarbeit in unzähligen Schulen geleistet. Darüber hinaus wurden alle seine Vorstrafen bereits vor Jahren vom Bundespräsidenten getilgt.

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Grebner fiel schon in der Vergangenheit mit seiner Forderung nach „Ausländerrückführung“ auf, die sich inhaltlich an dem Programm der NSDAP und der neonazistischen NPD anlehnt, oder auch mit seiner Publikation beim extrem rechten Ares-Verlag. Erst 2012 rühmte er sich noch auf Facebook damit, schon vor Heinz-Christian Strache erkannt zu haben, dass die FPÖ die „neuen Juden“ seien.

“Wer sich heute gegen die angebrachte Ehrung NS-Überlebender ausspricht, stellt sich damit ganz klar auf die falsche Seite der Geschichte,“ so Deborah Fasan abschließend.

 

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