Junge Grüne wollen Erklärungstafel für Oswald-Thomas-Platz

Die Jungen Grünen Leopoldstadt fordern eine Erklärungstafel für nach Antisemit benannten Platz bei der Prater Hauptallee.

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Die Jungen Grünen Leopoldstadt fordern eine Erklärungstafel am Oswald-Thomas-Platz.

Anlässlich des Tags der Befreiung am 8. Mai fordern die Jungen Grünen Leopoldstadt eine Tafel, die auf die Vergangenheit des judenfeindlichen Oswald Thomas hinweisen soll. Der vielfach umstrittene Platz vor dem Planetarium wurde 1974 nach dem Astronom Oswald Thomas benannt. Thomas war Mitglied zahlreicher nationalsozialistischer Verbände und auch Anwärter auf eine NSDAP-Mitgliedschaft. „Dass im Jahr 2016 Antisemiten noch immer gewürdigt werden, ist eine Schande für den zweiten Bezirk. Wir brauchen eine ehrliche und ernsthafte Auseinandersetzung mit den Gräueltaten unserer Vergangenheit“, so Pierre Erler, Sprecher der Jungen Grünen Leopoldstadt.

Schon 2007 kündigte der damalige Bezirksvorsteher Gerhard Kubik an, eine Erklärungstafel am Platz anbringen zu lassen. Beinahe 10 Jahre später lässt sich noch immer kein Hinweis auf die grauenhafte Vergangenheit von Thomas finden. „Eine Erklärungstafel würde das judenfeindliche Gedankengut von Oswald Thomas problematisieren. Gerade in Zeiten wie diesen dürfen die abscheulichen Verbrechen des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten“, so Erler.

Auch der HistorikerInnenbericht der Stadt Wien empfiehlt das Anbringen einer Erklärungstafel. Mit dem Ferry-Dusika-Stadion und der Arnezhoferstraße werden in dem Bericht zwei weitere Problemfälle in der Leopoldstadt genannt. Die Jungen Grünen fordern auch hier eine Thematisierung der judenfeindlichen Geschichte des zweiten Bezirks.

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