Weder frei noch wild!

Keine Bühne für Nationalismus!

Seit einiger Zeit schon steht die italienische Deutschrock-Band „Frei.Wild“ zur Debatte. Die Band gibt sich rebellisch und unpolitisch. Nach kurzer Betrachtung der Texte und Statements der Band entpuppt sie sich jedoch als völkisch-nationalistisch, gewaltverherrlichend, pseudo-rebellisch und alles andere als unpolitisch.

Völkischer Nationalismus

Die Texte von Frei.Wild sprechen für sich. Während die Band sich selbst als „bloß patriotisch“ versteht, jedoch mit Nationalismus nichts am Hut haben will – wobei man sich fragt, wo der Unterscheid sein soll – sind ihre Texte durchzogen von völkisch-nationalistischen Inhalten und biologistischer Blut & Boden–Symbolik; hinzu kommt Gewaltverherrlichung und Hass gegen Andersdenkende.

Frei.Wild mögen keine Nazis sein, doch stramme Nationalisten sind sie allemal. Sie dulden keine Kritik an ihrer „Heimat Südtirol“, verklären die Geschichte mit revisionistischem Touch und halluzinieren den Untergang ihres „kleinen Volkes“ – Inhalte, die den Rechtsextremen in die Hände spielen.

Distanzierung von „links und rechts“

Jedes Mal, wenn der mediale Druck größer wird und größere Hallen möglicherweise absagen, distanziert man sich mal wieder vom Nationalsozialismus und inszeniert Philipp Burger, der ja bekanntlich eine Neonazi-Vergangenheit hat, als „geläuterten, ehrlichen Burschen“. Sie relativieren diese Distanzierung durch die von Rechtsextremen bekannte Gleichsetzung des „Extremismus von links und rechts“.

Ob Frei.Wild es nun möchte oder nicht, ihre nationalistischen und pseudo-rebellischen Texte kommen bei den Rechtsextremen und Neonazis sehr gut an und werden als „großer Erfolg für die rechte Szene“ gefeiert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass zwischen dem heimattümelnden Geplärre von Frei.Wild und dem von so manchen Parteien sicher kein qualitativer, sondern höchstens ein quantitativer Unterschied besteht.

Rebellion gegen den Mainstream

Die Bandmitglieder inszenieren sich als Rebellen gegen den Mainstream, um jegliche notwendige Kritik an ihren Texten abzuwehren. Man sieht sich als Opfer der Political Correctness und den “Meinungsmacher*innen”, die einem nichts mehr erlauben, und deren Tabus Frei.Wild bricht – ganz nach der Maxime „man wird ja wohl noch sagen dürfen“.

Frei.Wild fühlt sich von ihren Kritiker*innen verfolgt und verunglimpft diese auf aggressive Art und Weise. Der Hass gegen Andersdenkende schafft ihnen das Feindbild des „Ja-Sagers“, der ohne Rückgrat und Moral in der Masse schwimmt, während die Band sich traue, die Wahrheit auszusprechen. Der Verfolgungswahn der Band geht so weit,  dass Frei.Wild einen Vergleich zwischen der Kritik an ihren Texten mit der Verfolgung der Juden andeutet: „heute gibt es einen Stempel, keinen Stern mehr“.

Das „Rebellische“ bei Frei.Wild beschränkt sich also auf den Scheinaufstand gegen „die da oben“ und nationalistisch geladenen Hass gegen den italienischen Staat.

Musik als „Einstiegsdroge“

Frei.Wild ziehen nach den „Böhsen Onkelz“ jenes Publikum an, das sich eine heimattümelnde Deutschrock-Band mit „böser Vergangenheit“ und pseudo-rebellischem Habitus wünscht.

Musik bietet Rechtsextremen schon lange die Möglichkeit, mit ihren Inhalten in der Mitte der Gesellschaft anzudocken. Der Umstand, dass Frei.Wild sich unpolitisch gibt, erweckt vor allem bei Jugendlichen den Eindruck, völkische Texte seien normal und entsprächen dem Mainstream. Das macht sie umso gefährlicher.

Keine Bühne für Nationalismus

Öffentliche Einrichtungen wie z.B. die Grazer Stadthalle sollten Bands wie Frei.Wild keine Bühne bieten. Die Grazer Stadthalle befindet sich in öffentlichem Eigentum und hat deshalb auch eine politische Verantwortung. Die Jungen Grünen fordern eine klare Distanzierung von Rechtsrock und eine Absage des Konzertes. Keine Bühne für Nationalismus!

Frei.Wild-Poster

Weder frei noch wild! Infos über die Presseaktion zum Frei.Wild-Konzert in Graz gibt’s hier. Zum Video gegen das Frei.Wild-Konzert in Graz geht’s hier.

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