Bericht: Neujahrsseminar 2012

Start ins neue Jahr: Das war das Neujahrsseminar 2012!

Vom 5. bis zum 7. Jänner 2012 fand das Neujahrsseminar der Jungen Grünen zum zweiten Mal am Vetterhof in Lustenau statt. An die 30 begeisterte Teilnehmer_innen kamen aus Bayern, Baden-Württemberg, der Schweiz und Österreich um gemeinsam ein spannendes Seminar-Wochenende zu verbringen und mit der Planung für das Sommercamp 2012 zu beginnen.

Tag 1

Schon am Morgen des 5. Jänners starteten die Jungen Grünen Vorarlberg mit ihrer Jahresvollversammlung, im Laufe des späten Nachmittages trudelten dann nacheinander die weiteren Teilnehmer_innen aus allen Himmelsrichtungen ein.
Nach einem gemeinsam gekochten Abendessen tagte der Bundesvorstand der Jungen Grünen, während die anderen die letzten Vorbereitungen für den Abend trafen. Nachdem die Sitzung um kurz nach Mitternacht vorbei war, stand dem gemütlichem Beisammensein dann nichts mehr im Wege.

Tag 2

Obwohl bei vielen der Schlaf zu kurz kam, ging es am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück und einem kurzen Energizer an die Arbeit: Am Vormittag wurde das letzte Sommercamp ausgiebig evaluiert, mittags stärkten sich die Teilnehmer_innen dann mit leckeren Käsespätzle. Derart gut gestärkt kam dann noch mehr Elan in die Debatte und schließlich einigten sich alle auf das diesjährige Sommercamp-Thema „Grenzen & Freiheit“. Anschließend fand sich das Orga-Team, bestehend aus Aktivist_innen aller vier Organisationen, zusammen um noch mit der Planung weiterzumachen.

Inzwischen konnten die anderen sich beim Kochen austoben, angeregte Diskussionen führen oder einfach nur relaxen. Zum Abendessen trafen wir uns dann wieder alle, um Ofengemüse und nachher Pudding zu genießen und den sich dem nächsten Programmpunkt zu widmen. Es gab einen Kurzfilmabend, bestehend aus sieben Kurzfilmen zum Thema Antirassismus. Die Filme setzen sich auf verschiedenste Art und Weise, teils mit Humor, teils mit Dramatik, mit dem Problem auseinander. Durch die verschiedenen Aufarbeitungsweisen wurden auch die unterschiedlichen Aspekte von Rassismus verdeutlicht.
Anschließend an die Filme ließen wir den Abend noch gemütlich beim Debattieren und Feiern ausklingen.

Tag 3

Der dritte und letzte Tag begann schon früh, da ein ZARA1-Workshop zum Thema Antirassismus auf dem Programm stand. Weil sich die Ankunft der beiden ZARA-Referentinnen wetterbedingt verzögerte, ging sich sogar noch ein kleiner Spaziergang aus, der den nötigen Frischekick verlieh. Danach startete der Workshop trotz der kleinen Verspätung mit topmotivierten Teilnehmer_innen. Der Beginn bestand aus einer Namensrunde, in der jede_r eine Geschichte zu seinem bzw. ihrem Namen erzählen konnte. Dadurch wurden wir darauf aufmerksam, dass ein Mensch allein wegen seines Namens mit Rassismus konfrontiert werden kann. Im Laufe des Vormittags versuchten wir in Kleingruppen den Begriff Rassismus zu definieren. Die vielseitigen Definitionen und daraus resultierenden Debatten zeigten, wie schwierig es ist, eine Definition für Rassismus zu finden. Danach hörten wir kurz die Geschichte zur Entstehung der Begriffe „Rasse“, „Rassismus“ und zu den Anfängen der „Rassenforschung“.
Nach dem Mittagessen, es gab wunderbare Nudeln mit Gemüsesauce, hörten wir einen Vortrag zu den Theorien zum Thema Rassismus, die alle verschiedene Aspekte von Rassismus abdecken und unterschiedliche Phänomene behandeln. Allerdings wurde ziemlich deutlich, dass Rassismus von einer ganzen Gruppe, wie auch immer diese definiert ist, und nicht nur von einzelnen Personen ausgeht. Im Anschluss machten wir noch eine sehr interessante Übung zum Thema Gruppenzugehörigkeit und eine Feedbackrunde.
Die wichtigsten Aussagen des Workshops waren, dass Rassismus alle Menschen, also die gesamte Gesellschaft, betrifft, dass Menschen schnell Gruppen bilden und anderen Gruppen dann ablehnend bis feindselig gegenüberstehen und dass es essentiell ist, sich immer bewusst zu machen, wie beständig das Rassismus und Diskriminierung ist. Immer wieder die eigenen Positionen und Denkweisen auseinanderzusetzen, hilft mit eigenen Vorurteilen und Rassismen reflektiert und sensibel umzugehen.
Nach dem Workshop sammelten sich die verbliebenen Teilnehmer_innen des Neujahrsseminars – viele mussten sich schon im Laufe des Tages verabschieden – um aufzuräumen und noch ein letztes Mal gemeinsam zu essen. Danach mussten auch die Letzten fahren und drei wundervolle, produktive und erlebnisreiche Tage gingen zu Ende. Wir freuen uns schon aufs Sommercamp im August 2012!

1)ZARA steht für Zivilcourage und Anti-Rassismus Arbeit und ist eine NGO aus Österreich, die jährlich den Rassismus-Report veröffentlicht, Beratungen anbietet und verschiedene Workshops zum Thema Zivilcourage und Anti-Rassismus Arbeit durchführt. Siehe: http://www.zara.or.at/

Bilder vom Neujahrsseminar findet ihr auf Flickr

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