Klima everywhere

Über Mobilität, Freiheit und grüne Verkehrspolitik

von Christina Vaccaro

Mobilität bedeutet Freiheit, darf aber keinesfalls mit Individualverkehr gleichgesetzt werden! Individualverkehr ist umweltschädlich, klimabelastend, ineffizient und vermindert Lebensqualität. Niemand lebt gerne an einer stark befahrenen Straße oder in einer Stadt, in der die zugelassene Feinstaubkonzentration überschritten wird. Keine_r findet wohl Gefallen an einer Straßenlandschaft, an der fortschreitende Zersiedlung am Land oder den vielen Schadstoffen und schlechteren Luft im stark konzentrierten Stadtverkehr.

Individueller Autoverkehr belastet jedes Haushaltsbudget. Bestimmte Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen, Jugendliche und Frauen, werden durch individualverkehrslastige Politik in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt und von der Gesellschaft ausgeschlossen, indem sie die Partizipation durch Mobilitätsbarrieren erschweren.

Durch die äußerst niedrigen Transportkosten und starke Arbeitsteilung bei der Produktion sind (teils extrem) zahlreiche und lange Transportstrecken gang und gäbe in der heutigen Wirtschaft. Ein Rohstoff wird beispielsweise im Land A gewonnen, in den Ländern B und C bearbeitet, im Land D mit Rohstoffen aus anderen Ländern zu einem Produkt verarbeitet und dieses dann im Land E verkauft.

Auch hier übernimmt die Allgemeinheit alle Folgekosten. Mehr Kostenwahrheit im Preis von Rohstoffen und Produkten ist ein absolut notwendiger Schritt zu einer umwelt- und menschenfreundlicheren Wirtschaftsweise.

Es gibt zahlreiche Verkehrskonzepte für umwelt- und menschenfreundliche Mobilität. Zukunftsweisend sind Planungen in der Raumentwicklung, die zu einer starken Durchmischung von Lebensbereichen führen, sodass Wege zur Schule, zur Arbeit, zum Arzt oder zum Supermarkt kurz sind und alles näher zusammenrückt, was sich wiederum positiv auf die Lebensqualität auswirkt. Eine Abkehr von konzentrierten Industrie-, Bildungs-, Einkaufs- und Freizeitgebieten ist anzustreben.

Durch die Einführung einer flächendeckenden LKW-Maut könnten zum Einen Umwelt und Mensch entlastet werden, zum Anderen könnten damit Maßnahmen zum Ausbau von Öffis finanziert werden. Interessanterweise wird oft das Kostenargument als Schließungsvorwand von gering frequentierten öffentlichen Verkehrslinien verwendet, beim Straßenbau bleiben aber Errichtungs- und Erhaltungskosten gerne unbeleuchtet. Die Kosten auf unterschiedlichen Ebenen – Klima, Umwelt und Mensch – bleiben ohnehin außen vor. Zudem fördert der weitere Ausbau der Straßeninfrastruktur eine Zersiedlung und eine Zunahme des Individualverkehrs.

Eine Ausweitung des öffentlichen Verkehrsnetzes ist außerdem massiv zu fördern. Die Bevölkerung hat ein Recht auf öffentliche Verkehrsmittel. Ein Mindestangebot sollte gesetzlich verankert werden. Doch die Aufforderung zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist nicht ausreichend – das Netz muss attraktiv gemacht werden, so dass Wartezeiten verkürzt und Umsteigen erleichtert wird. Flächendeckende Nahverkehrskonzepte bringen Freiheit und Lebensqualität. Auch der Ausbau der Radwege ist wünschenswert und bietet eine ökologische Alternative zu Autos, die außerdem die Fitness steigert.

Dies sind nur einige von vielen Möglichkeiten zu einer ökologischeren und gemeinschaftlicheren Verkehrsplanung- es liegt an uns allen neue Ideen und Konzepte zu denken und zu verwirklichen.

Autorin: Christina Vaccaro ist bei den Jungen Grünen Vorarlberg aktiv.

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