Junge Grüne kritisieren Bauernbund-Veranstaltung mit Thilo Sarrazin

 

Am 29. September 2011 lud der österreichische Bauernbund den umstrittenen deutschen Autor Thilo Sarrazin nach Graz ein, um einen „Beitrag zur Migrations-Debatte“ zu leisten. Die Jungen Grünen Steiermark protestierten gegen die Einladung von Bauernbund-Präsident Fritz Grillitisch.

Sarrazin Rassismus ist kein Beitrag fürs Zusammenleben

AktivistInnen der Jungen Grünen gegen den öst. Bauernbund, der den Rassisten Sarrazin einlädt

Thilo Sarrazin wurde spätestens durch sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ (2010) bekannt und bewegt sich in seinen Aussagen zwischen biologisch und kulturell argumentiertem Rassismus. Sprachliche Entgleisungen wie das “Juden-Gen” oder die Angst um das “Fremdwerden im eigenen Land” sorgten immer wieder für Aufregung. Besonders hetzerisch zeigt sich Sarazzin bei Migrant_innen muslischer Herkunft, welchen er „fließenden Übergang zum Terrorismus“ unterstellt.

Dass es der ÖVP-Bauernbund notwendig hat, einem Rassisten so ein Podium zu verschaffen, ist beschämend. Wenn man sich jedoch die aktuelle Migrationspolitik anschaut, überrascht es dagegen nicht.

Fritz Grillitsch, Bauernbund-Präsident, meinte in einer Stellungnahme dazu, man müsse über so was reden, denn wer nicht redet, schafft Klassenkampf. Eigenartig, gerade Sarrazin scheint ja Menschen in unterschiedliche Klassen einteilen zu können.

Hinter Grillitsch Aussage steht: Wenn wir aufhören, Argumente des alltäglichen Rassismus für wahr zu halten, würden alle aufstehen gegen das System, das Migrant_innen in den untersten Einkommensschichten zu halten versucht. Viele Ängste, die auch der ÖVP ihre Stimmen bringen, wären gar nicht da.

Die Jungen Grünen ließen diese Veranstaltung jedenfalls nicht kritiklos stehen: „Das ist das wahre Gesicht des Bauernbunds und damit der ÖVP. Aber Rassismus ist sicher kein Beitrag fürs Zusammenleben“.

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